Wie geht es unseren Unternehmen in Möhrendorf? Teil 2
Wie geht es unseren Unternehmen in Möhrendorf? Teil 2

Wie geht es unseren Unternehmen in Möhrendorf? Teil 2

Die Corona-Krise hat großen Einfluss auf unsere Wirtschaft. Auch unsere Möhrendorfer Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen: Es gilt jetzt das wirtschaftliche Überleben zu sichern, Mitarbeiter zu halten, neue Arbeitsweisen umzusetzen und neue Geschäftsideen zu entwickeln.

Wir haben Alexander Vasold vom „Alttextilhandel Alexander Vasold – Erfassung & Recycling“ in Möhrendorf befragt, welche Auswirkungen die Corona – Krise auf sein Unternehmen hat.

Die Firma Alttextilhandel Alexander Vasold – Erfassung & Recycling mit Sitz in Möhrendorf ist ein Unternehmen, dessen Schwerpunkt in der Aufstellung und Betreuung von Altkleidercontainern liegt. Das Unternehmen ist Arbeitgeber von 5 Mitarbeitern, hat im vergangenen Jahr rund 250.000 kg Altkleider und Schuhe gesammelt und unterstützt mit einem Teil des Erlöses ortsansässige Vereine.

FW Hallo Alexander wie geht Dir und Deiner Familie?

Alexander Vasold:

Hallo und vielen Dank! Uns geht es soweit gesundheitlich gut und sowohl meine Familie als auch ich sind bisher glücklicher Weise von Corona verschont geblieben.

FW Wie hat Corona euren Betriebsablauf verändert?

Alexander Vasold:

Im Zuge der Corona-Krise ist die Sammelmenge an Altkleidern extrem angestiegen. Das war vor allem beim 1. Lockdown zu spüren und hing da sicherlich hauptsächlich damit zusammen, dass in vielen Unternehmen Kurzarbeit angemeldet wurde und Kinder zuhause betreut werden mussten.

FW Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf die Aufträge?

Alexander Vasold:

Eigentlich könnte man meinen, dass der enorme Anstieg der Sammelmenge zu einem entsprechenden Umsatzanstieg führen muss. Leider war dies nicht der Fall, da zum einen nicht nur bei uns, sondern bei allen Sammelunternehmen das Aufkommen an sogenannter Originalware (unsortierte Sammelware) stark anstieg. Zum anderen fehlten aufgrund von Ladenschließungen im Großteil der Welt die Absatzmärkte der Sortierbetriebe. Auch jetzt sind in vielen Ländern zeitweise keine Absatzmöglichkeiten vorhanden. Bekanntlich bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Und der ist im Zuge der Corona-Krise leider ordentlich gefallen.

FW Welche Auswirkungen hat Corona auf eure Mitarbeiter?

Alexander Vasold:

Unsere Mitarbeiter hat die große Menge an Altkleidern mit voller Härte getroffen. Sie arbeiten schließlich an der Front und mussten das Mehraufkommen bewerkstelligen. Container mussten teilweise doppelt so oft geleert werden als in „normalen“ Zeiten. Das große Warenaufkommen haben wir gemeinsam aber sehr gut bewältigen können.
Selbstverständlich haben wir auch ein internes Hygienekonzept entwickelt soweit es für unsere Branche möglich war.

FW Wie ist die Stimmung bei den Mitarbeitern?

Alexander Vasold:

Die Stimmung ist wie vor der Krise. Sicherlich ist man auch untereinander vorsichtiger geworden, hält Abstand und die Kommunikation untereinander verläuft überwiegend digital. Aber das funktioniert meist reibungslos. Ich bin sehr stolz darauf, so ein zuverlässiges Team führen zu dürfen.

FW Wie reagieren eure Kunden?

Alexander Vasold:

Wie bereits erwähnt ist der Marktpreis wegen der fehlenden Absatzmärkte und des großen Warenaufkommens stark gefallen. Das vereinbarte Zahlungsziel unserer Kunden hat sich teilweise auf bis zu 120 Tage verlängert. Da wir allerdings auch vor der Pandemie sehr gut aufgestellt waren und einen breiten Kundenstamm in verschiedenen Ländern beliefern durften war bzw. ist die Abnahme zu jedem Zeitpunkt gesichert. Im Gegensatz zu Mitbewerbern aus der Region die Ihre Container einfach nicht mehr geleert haben, bzw. für den Einwurf verschlossen haben, konnten wir weiterhin zuverlässig leeren und unsere Ware absetzen.

FW Was habt ihr für neue Arbeitsweisen eingeführt um die Krise zu bewältigen?

Alexander Vasold:

Wir haben die Taktung unserer Touren bedarfsgerecht angepasst, sodass die Aufnahmefähigkeit aller unserer Container jederzeit gegeben ist und ein entsprechendes Hygienekonzept für unsere Mitarbeiter entwickelt und umgesetzt.

FW Habt ihr staatliche Hilfe in Anspruch genommen, bzw. erhalten?

Alexander Vasold:

Um die Außenstände abzupuffern, die durch die Erhöhung der Zahlungsziele entstanden sind haben wir ein kleines KfW-Darlehen in Anspruch genommen. So konnte sichergestellt werden, dass Mitarbeiter weiterhin pünktlich ihr Gehalt erhalten, Stellplatzmieten zuverlässig gezahlt werden können und alle laufenden Betriebskosten beglichen werden können.

FW Was wünscht Du Dir von unserer Regierung und von den Bürgern?

Alexander Vasold:

Ich finde die Unterstützungsangebote der Regierung gut. Von kommunaler und bürgerlicher Seite würde ich mir wünschen, dass regionale ortsansässige Unternehmen den Global Playern und auswärtigen Unternehmen bevorzugt werden, was ich nicht allein auf unsere Branche, sondern auch auf alle anderen örtlichen Unternehmen beziehen möchte.

FW Vielen herzlichen Dank Alexander für das Interview. Wir wünschen euch viel Kraft bei der Bewältigung der Krise. Bleibt gesund.

Alexander Vasold:

Danke euch! Ich wünsche euch und allen Bürgerinnen und Bürgern alles Gute. Vor Allem viel Gesundheit!

Anpacken für Möhrendorf!

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